Mehr Neugründungen, neue Regeln, neues Förderprogramm

An der ETH Zürich wurden im Jahr 2025 mehr Neugründungen registriert als je zuvor. Neu wird zwischen ETH-Spin-off- und ETH-Start-up-Unternehmen unterschieden. Für letztere gibt es ein neues Start-up-F?rderprogramm.??

Eine Frau schaut auf ein Plan in der Werkstatt
Der Prothesenschaft von Softletics passt sich den Gliedmassen an, reduziert Komplikationen und verbessert den Tragekomfort.  (Bild: Kalligo Medical AG / Timo Sommer)

In Kürze: 

  • Im Jahr 2025 wurden an der ETH Zürich 46 Ausgründungen anerkannt. 

  • Neu wird zwischen ETH Spin-offs (24) und ETH Start-ups (22) unterschieden, je nachdem ob Forschungsergebnisse der ETH Zürich genutzt werden oder nicht. 

  • Die Investitionen in ETH-Unternehmen haben mit 540 Mio. Franken im Vorjahresvergleich um 27 Prozent zugenommen. 

Die ETH Zürich hat im vergangenen Jahr insgesamt 46 Unternehmen anerkannt – ein neuer Rekord. Zudem hat die ETH Zürich 2025 neue Regelungen für die Ausgründung von Unternehmen in Kraft gesetzt. Neben dem bekannten ?ETH-Spin-off?-Label für Unternehmen, deren Gesch?ftsidee auf Forschungsergebnissen der ETH Zürich basiert, wird seit 2025 auch das ?ETH-Start-up?-Label vergeben. Es ist für Unternehmen gedacht, die einen ETH-Bezug haben und von ETH-Angeh?rigen gegründet wurden, jedoch ohne Forschungsergebnisse der ETH auskommen. Im Jahr 2025 erhielten 22 Unternehmen dieses Label, wobei einige davon bereits in früheren Jahren gegründet wurden und nun nachtr?glich anerkannt wurden. ?ETH-Start-ups werden besonders oft von Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen gegründet und werden von der ETH Zürich mit diversen F?rderprogrammen unterstützt?, erkl?rt Effy Vayena, Vizepr?sidentin Wissenstransfer und Wirtschaftsbeziehungen an der ETH Zürich. 9 der 46 Unternehmen entstanden denn auch aus Projekten, die im Student Project House der ETH ihren Ursprung haben. 

Neues F?rderprogramm für Start-ups 

Ein speziell für ETH-Start-ups entwickeltes F?rderprogramm ist ?UPortunity?, das von der UBS erm?glicht wird. UPortunity Fellows erhalten ein monatliches Gehalt, ein Projektbudget, Büro- und Laborfl?chen und werden von erfahrenen Gründer:innen und Expert:innen begleitet. Zu den ersten Start-ups, die von diesem Programm profitierten, geh?rt das von einer ETH-Absolventin gegründete Start-up Softletics (Kalligo Medical AG). Das Unternehmen entwickelt einen Prothesenschaft, der sich automatisch an Ver?nderungen des Gliedmassenvolumens der Prothesentr?ger:innen im Laufe des Tages anpasst und so Schmerzen und Instabilit?t vermeidet. 

Grafik über Spin-off- und Start-up Gründungen
Im Jahr 2025 belief sich die Zahl der  aus der ETH Zürich hervorgegangenen ETH Ventures auf 46 darunter 24 ETH Spin-offs und 22 ETH Start-ups.  (Grafik ETH Zürich)

Im vergangenen Jahr wurden 24 ETH-Spin-offs und 22 ETH-Start-ups anerkannt. Aufgrund der neuen Regeln für ETH-Ausgründungen sind die Zahlen nicht exakt mit den Vorjahren vergleichbar, da einige Unternehmen, die in der Vergangenheit ein Spin-off-Label erhalten h?tten, heute in die Start-up-Kategorie fallen.

Mynerva AG ist eines der neuen ETH-Spin-offs. Das Unternehmen hat eine Socke mit künstlicher Intelligenz für Menschen mit diabetischer Neuropathie entwickelt. Betroffene k?nnen damit nicht nur sicherer gehen, sie haben dank der elektrischen Nervenstimulation auch weniger Schmerzen und ben?tigen m?glicherweise seltener Medikamente. Das ETH Spin-off Soverli AG wiederum bringt eine neue Smartphone-Architektur auf den Markt, die abgeschottete Bereiche auf einem Ger?t erm?glicht – etwa für sichere Chats, Krisenkommunikation oder sensible Daten von Unternehmen und Beh?rden. 

Wachstum bei den Investitionen geht weiter 

Technologie und Software, insbesondere Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (KI und ML), sind mit einem Anteil von 26 Prozent an den neuen ETH Ventures weiterhin der dominierende Industriesektor, gefolgt von Biotechnologie und Pharmazeutika mit einem Anteil von 15 Prozent. Dieser Zuwachs bei den KI-Unternehmen zeigt sich auch in den Risikokapitalinvestitionen in Unternehmen, die an der ETH Zürich gegründet wurden. In 41 im Jahr 2025 offengelegten Finanzierungsrunden, sicherten sich an der ETH gegründete Unternehmen 540 Millionen Schweizer Franken – ein Anstieg von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 12 der 41 Finanzierungsrunden überstieg das aufgebrachte Kapital 10 Millionen Schweizer Franken, wobei Firmen aus den Bereichen KI und Robotik besonders gut abschnitten. Auterion AG, die Software für Drohnen entwickelt, war mit 103 Millionen Schweizer Franken am erfolgreichsten, gefolgt von Beekeeper AG und DeepJudge AG, die sich rund 34 Millionen bzw. 33 Millionen Schweizer Franken sichern konnten. Beekeeper AG fusionierte im Juli 2025 mit LumApps SAS, wodurch sich der Gesamtwert des Unternehmens auf 860 Millionen Schweizer Franken belief.  

Anteil Gründerinnen bei 17 Prozent 

Der Anteil der Gründerinnen hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt und liegt dieses Jahr bei 17 Prozent. W?hrend in vergangenen Jahren rein m?nnliche Teams rund zwei Drittel der Unternehmen gründeten, kamen die gemischten Teams und die rein weiblichen Teams zusammen auf einen Anteil von rund einem Drittel. 

Grafik der Geschlechter bei Spin-off- und Start-up-Gründungen, es wird unterschieden zweischen rein weiblich, gemicht und rein männlich
Frauen sind in rund einem Drittel der Gründungsteams vertreten.  (Grafik: ETH Zürich)

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